1875

Die Geschichte der Druckerei WEISS begann 1875, als Peter Weiss, ein an der Mosel geborener Buchdrucker, in Monschau eine Druckerei mit Zeitungsverlag kaufte. Mit viel Einsatz und Kraft baute er dieses kleine Unternehmen zu einem allseits anerkannten Druck- und Verlagshaus aus. 

1898

Aufgrund eines Unfalls verstarb der Druckereibesitzer und hinterließ seine Frau und fünf kleine Kinder. Josefine Weiss, geb. Mathar, nahm das Unternehmen in ihre Hand und vollendete den Aufbau der Druckerei und des eingeschlossenen Devotionaliengeschäfts. Ihre Kinder führte sie sämtlich an das Unternehmertum heran.

1919

Josefine Weiss übertrug ihrem zweitjüngsten Sohn, Jacob Weiss, den Druckereibetrieb. 1920 bestand dieser seine Meisterprüfung als Buchdrucker. Der neue Druckereiinhaber baute den Betrieb und die Zeitung "Stadt- und Landbote" weiter aus. Dadurch wuchs sein Unternehmen zu einem respektablen Betrieb heran.

1936

Auf Befehl des Führers musste der „Stadt- und Landbote“, eine dreimal wöchentlich erscheinende Zeitung, im März 1936 eingestellt werden. Jacob Weiss konnte jedoch auch in dieser Zeit die Druckerei erhalten, die allerdings auf eine Fläche von 80 m² zusammenschmolz. Damit er seine Familie mit Frau und zwei Söhnen ernähren konnte, arbeitete er zeitweise als Angestellter in einem Bauunternehmen und später bei der Stadt Monschau.

1945

Nach Evakuierung und Gefangenschaft in den Kriegsjahren fand sich die Familie Jacob Weiss nach dem 2. Weltkrieg wieder und arbeitete mit vereinten Kräften am Neuaufbau der Druckerei in Monschau.

1962

Nachdem im Jahr 1960 eine neue Druckereihalle mit 400 m² Betriebsfläche bezogen war, übertrug der Inhaber Jacob Weiß das kleine Unternehmen im Jahr 1962 auf seinen Sohn Hans Georg. In diesem Jahr wurde auch die erste Offsetbogenmaschine angeschafft.

1966

Hans Georg Weiss gründete den "Wochenspiegel". Aus dem anfänglichen "Anzeigenblättchen" wurde im Laufe der Zeit eine starke Wochenzeitung mit eigenem Profil, sowohl in vielen Regionen der Eifel als auch später in den neuen Bundesländern.

1969

Hans Georg Weiss erweiterte seine Druckerei mit einer modernen Offsetrotationsmaschine, der später weitere folgten. Mit dieser 16-seitigen Rotation begann die eigentliche Entwicklung des kleinen Druckereibetriebs zum mittelständischen Unternehmen.

1972

Die Firma WEISS-Druck zog in das Gewerbegebiet der in diesem Jahr in die Stadt Monschau eingegliederten Gemeinde Imgenbroich. Mit 58 Mitarbeitern auf 4.000 m² Betriebsfläche spezialisierte sich das Unternehmen hier auf den rotativen Druck.

1974

WEISS-Druck wurde in Deutschland zum Pionier im Offsetrotationsdruck. Auch im Fotosatz war das Monschauer Unternehmen führend. Schon 1974 wurde der zu Gutenbergs Zeiten eingeführte Bleisatz verbannt und komplett auf den seit 1970 verwendeten Fotosatz umgestellt.

1988

Hans Georg Weiss übertrug die Firmengeschäfte seinem einzigen Sohn und Urenkel des Firmengründers, Georg Weiss. Damit steht das Monschauer Familien-Unternehmen in der 4. Generation.

1989

Ein besonderer Höhepunkt in der Geschichte der WEISS-Drucker mit Politprominenz! Die Akzidenzdruckerei wurde erstmals mit einer 32-seitigen „Compacta S 80“ von der Firma Koebau aus Würzburg erweitert, einer neuen Druckmaschine an der Spitze des technischen Fortschritts. Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl weihte die Maschine vor mehreren hundert Gästen ein.

1992

In den 80er- und 90er-Jahren gründete WEISS-Druck mehrere Verlage, Setzereien und Druckereien. Auch in den neuen Bundesländern zeigte das mittelständische Unternehmen besonderes Engagement. 1992 wurde in Neuwiese-Bergen (Sachsen) eine neue Druckerei gebaut. 

1994

Für die 1990 gestarteten "Wochenkurier"-Anzeigenblätter in Sachsen und Brandenburg bezog WEISS-Druck 1994 ein eigenes Druck- und Verlagshaus in Hoyerswerda. Hier sind nach wie vor über 160 Mitarbeiterinenn und Mitarbeiter tätig. 

1997

Die Betriebsfläche ist auf eine Größe von 22.000 m² gewachsen: Mit der Erweiterung des Druckhauses in 13 Bauabschnitten sowie dem Bau des neuen Printcenters „Georg Weiss“ als zweites Werk in Monschau-Imgenbroich. Mit der Expansion wuchs auch die technische Ausstattung im Hause Weiss.

2000

Mittlerweile beschäftigte die Weiss-Gruppe über 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon allein im Monschauer Stammhaus über 600. 15 Offsetrotationsmaschinen standen für den Zeitungsdruck großen Umfangs und den Akzidenzdruck in kleineren Auflagen zur Verfügung. Die Spezialität des Hauses lag im rotativen Qualitätsdruck mit Heatsetmaschinen und im vierfarbigen Zeitungsdruck – selbstverständlich mit Full-Service von der Konzeption bis zur Auslieferung. 

2001

Mit Beginn des Jahres 2001 wurde das Printcenter "Georg Weiss" um 8.000 m² erweitert. Damit stand den WEISS-Druckern nun eine Betriebsfläche von insgesamt 35.000 m² zur Verfügung. In der neuen Druckhalle lief seit Januar eine 48-seitige "MAN Lithoman IV". Eine Druckmaschine gleichen Typs wurde für das folgende Jahr bestellt. Für das Einstecken von Beilagen standen dem Hause Weiss hochmoderne "Power-Liner" der Firma Müller Martini zur Verfügung. Und speziell, um das Beilagenaufkommen zu handhaben, wurde ein Hochregallager gebaut, in dem 1.500 Paletten untergebracht werden konnten. Mit dem Aufbau des neuen Print-Centers und den technischen Erweiterungen hat Georg Weiss, der Urenkel des Firmengründers, die Weichen für die weitere Zukunft gestellt.

2002

Anlässlich der Vollendung des 75. Lebensjahres von Hans Georg Weiss wurde am 09.10.2002 das Druckereimuseum Weiss fertiggestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Träger des Druckereimuseums ist die neu gegründete WEISS-Druck-Stiftung, die sich unter anderem auch für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Not einsetzt. Darüber hinaus erweiterte WEISS seinen Maschinenpark um eine Druckmaschine des Typs „MAN-Lithoman IV“. In einer Stunde konnten nun 70 t Papier verdruckt werden. Auch wurde das Stammhaus in Monschau-Imgenbroich um eine große Fabrikationshalle erweitert, um eine neue Klebebindestraße mit 27 Stationen aufzunehmen. So konnten Zeitschriften, die klebegebunden sind, noch günstiger hergestellt werden.

2004

Am 1. April 2004 wurde Georg Weiss zum alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer der WEISS-Druck GmbH & Co. KG ernannt. Georg Weiss machte es sich zur Aufgabe, mit Engagement und Fachwissen das Lebenswerk seines Vaters auch im neuen Jahrtausend fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Zudem wuchsen Technik und Kapazität weiter: Durch eine neue Bogendruckhalle mit modernstem UV-Lackierwerk konnte Weiss die Produkte der Kunden nun noch besser und effektvoller in Szene setzen. Die nächste Druckhalle in der Größe von 30 m x 80 m konnte zwei weitere Offsetrotationen aufnehmen. Bereits seit Juli 2004 lief dort eine "MAN-Lithoman III, 32-Seiten", die 60.000 Umdrehungen pro Stunde (U/h) schafft.

2005

Die Buchbindeabteilung wurde um einen „Unidrum-Sammelhefter“ von Ferag mit fünf Anlegestationen erweitert, der bis zu 32.000 Heftungen stündlich leistet. 

2006

Eine weitere Druckmaschine des Typs „Lithoman IV“ für 72-Seiten wurde auf dem noch freien Platz in der neuen Druckhalle aus dem Jahr 2004 aufgestellt. Sie produzierte bereits seit Juni 2006. Damit waren insgesamt acht Zeitungsrotationen und acht Akzidenzrotationen im Einsatz. Das Haus Weiss verfügte nun über einen Maschinenpark im Pre-Press-, Press- und Post-Press-Bereich, der die individuellen Kundenwünsche qualitativ hochwertig, preisgünstig und unter einem Dach erfüllte.

2007

Die LKW-Laderampen im Werk 2 wurden vollflächig überbaut. In die Brückenlösung integrierte WEISS-Druck das erste vollautomatische, SAP-gesteuerte Paletten-Hochregallager. Die Firma M-Log Logistics baute hier ein Hochregallager mit 1.560 Paletten-Stellplätzen ein. 1.020 der Plätze wurden in einem sogenannten Kanallager mit jeweils sechs Palettenplätzen hintereinander eingerichtet. Zusätzlich gab es noch 540 Einzelplätze in den Regalen.

2008

Ein Jahr voller positiver, aber auch trauriger Ereignisse:

WEISS-Druck baute die beiden „16 Seiten KBA Compacta“ ab, um Platz für eine „Lithoman IV“ für 80 Seiten zu schaffen. Die bisherige Druckhalle wurde umgebaut. Ein Erweiterungsbau erfolgte für das Papierlager der "Lithoman IV" sowie ein Neubau für ein Farblager der neuen Maschine. WEISS etablierte eine neue Klebebindestraße „KolbusPublica“. Mit dieser neuen Anlage, bestehend aus Zusammentragmaschine, Klebebinder, Kühlturm, Dreischneider, Kreuzleger und Palettierer, rüstete sich das Unternehmen für die Weiterverarbeitung hoher Auflagen. Die neue Maschine ersetzte eine ältere Corona-Anlage und sorgte für höhere Geschwindigkeiten, eine höhere Qualität und bessere Wirtschaftlichkeit.

Die CTP-Systeme wurden an die neuen Maschinenkonfigurationen angepasst. Für die Großmaschinen bei WEISS-Druck wurden neue Kodak-Belichter-Systeme installiert. Die neuen „Kodak Magnus VLF-“ und „-XLF CTP“-Belichter waren viermal schneller als die alten Belichter und konnten Platten in Formaten von 2070 mm x 1296 mm und 2260 mm x 1296 mm belichten. Die Systeme boten neben diesen Formaten und der Geschwindigkeit die Vorteile einer besseren Punktqualität und Registerhaltigkeit sowie eine höhere Prozessstabilität.

WEISS-Druck investiert in eine neue Drucktechnik, den Digitaldruck. Parallel zum Offsetdruck werden mit der neuen Kodak Nexpress S 2500 Produktionsmöglichkeiten für kleinere Auflagen geschaffen. WEISS-Druck rundet damit das Leistungsportfolio ab und bietet damit Druckkapazitäten von kleinen über mittlere bis höchste Druckauflagen.

Ein trauriger Einschnitt in die Firmengeschichte erschüttert WEISS-Druck. Der Druckereibesitzer, Verleger und Träger zahlreicher Auszeichnungen, Hans Georg Weiss, verstirbt kurz nach Vollendung seines 81. Lebensjahres.

Georg Weiss übernimmt die alleinige Geschäftsführung als geschäftsführender Gesellschafter der Weiss-Druck GmbH & Co. KG.

2009

Mit einem großen Festakt vor zahlreichen Gästen aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik sowie dem Ehrengast und Fest-Laudator Professor Dr. Lothar Späth, Ministerpräsident a.D., weihte WEISS-Druck seinen neuen Maschinenpark offiziell ein.

2011

WEISS-Druck installierte die weltweit erste „manroland-96-Seiten-Maschine“ und baute dafür ein neues Werk. Zusätzlich wurde die entsprechend notwendige Peripherie in Form von z.B. CTP-Anlagen und Rollenstaplern angeschafft. Die größte Akzidenzrotation und jüngste Anlage bei WEISS-Druck verdruckte ab sofort Papierbahnbreiten bis 2.860 mm und gehörte damit zu den "Giganten" im Akzidenzdruck. Ausgestattet mit MAN-Mess- und -Regel-systemen, automatischen Plattenspannvorrichtungen und vollautomatischen Wascheinrichtungen war diese Maschine sowohl für Massendrucksachen als auch für hochwertigste Qualitätsproduktionen bestens geeignet.

2014

Weltweit als zweite ihrer Art nahm am 26.06.2014 die neue Zeitungsdruckmaschine »Colorman e:line« bei WEISS-Druck ihren Betrieb auf. Rund 200 geladene Gäste, darunter Focus-Gründer Helmut Markwort und die Extrembergsteigerin Helga Hengge, verfolgten den Erstandruck. Auch aus ökologischer Sicht machte WEISS-Druck einen weiteren großen Schritt nach vorn: Der Strom kommt zwar weiterhin aus der Steckdose, allerdings wird er jetzt mit einem modernen Blockheizkraftwerk selbst erzeugt. Dies bringt nicht nur wirtschaftliche Vorteile und sichert somit Standort und Arbeitsplätze, sondern schont auch die Umwelt.