Als erster Unternehmen ist die Weiss-Druck GmbH & Co. KG der Klage der Städteregion Aachen gegen den belgischen Pannen-Reaktor Tihange 2 beigetreten. Zuvor waren es ausschließlich Kommunen und Einzelpersonen aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, den Niederlanden und Luxemburg, die gegen Tihange 2 vor Gericht zogen. Das Kraftwerk gilt als Sicherheitsrisiko und liegt nur rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze im Raum Aachen/Monschau entfernt.

Weiss-Druck kämpft damit ausdrücklich nicht pauschal gegen Atomkraftwerke, sondern handelt aus Sorge vor den Auswirkungen eines Reaktorunfalls in Belgien. Befürchtet wird, dass die Qualität des Druckbehälters für eine starke Belastung nicht ausreichen könnte und die weiteren Sicherungen – im Gegensatz zu anderen Kraftwerken – unzureichend sind. Der Experte Professor Dr. Wolfgang Renneberg (Büro für Atomsicherheit) betont: „So etwas würde in Deutschland nicht genehmigt“.

Das Unternehmen will mit seiner Klagebeteiligung keine Hysterie schüren, aber die Verantwortlichen in Belgien zum Umdenken bewegen. Selbst ein kleinerer Störfall könne bereits gravierende Auswirkungen haben. Martina Schmitz, Prokuristin von Weiss-Druck GmbH & Co. KG betont: „Wir nehmen unsere soziale Verantwortung gegenüber den rund 1.000 Mitarbeitern am Standort Monschau sehr ernst.“ Und für die Unternehmensgruppe, so Martina Schmitz, sowie für die gesamt Region könne ein atomarer Unfall auch den Super-GAU bedeuten.

Wie stark sich Weiss-Druck für die Stilllegung von Tihange 2 einsetzt, bemerken Besucher des Firmensitzes in Monschau-Imgenbroich sofort. Als erstes sehen sie neben dem Eingangsportal eine „Tihange-Aus“-Säule, mit der jeder das Atomkraftwerk symbolisch abschalten kann. Zudem berichtet das Medienunternehmen in seinen Wochenblättern stets intensiv über die Geschehnisse, Hintergründe und aktuelle Entwicklungen.

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